Die Einheit der Künste

Die Einheit der Künste

Ein Blick auf die heutige Museumslandschaft lässt die bildenden Künste in der Regel als voneinander getrennte Gattungen erscheinen. Dem Mittelalter ist diese Trennung fremd. Künstler und Handwerker arbeiten so eng zusammen, dass man die Gotik als ein Gesamtkunstwerk verstehen kann.

Das Zusammenspiel der Gattungen lässt sich gut an einem der wichtigsten Aufgabengebiete der damaligen Zeit nachvollziehen, der Herstellung von Altaraufsätzen, den sogenannten Retabeln. An ihnen sind verschiedene Künste gleichermaßen beteiligt: Schreiner, Bildschnitzer und Maler. Die Zusammenarbeit sorgt für eine schnelle Verbreitung von technischen und formalen Neuerungen.

Kölner Meister: Flügelaltar aus St. Gereon, um 1420, Eichenholz, 194 x 362 cm © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Christoph Schmidt
Kölner Meister: Flügelaltar aus St. Gereon, um 1420, Eichenholz, 194 x 362 cm © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Christoph Schmidt

Der Flügelaltar aus St. Gereon zählt zu den wenigen fast vollständig erhaltenen Retabeln der Berliner Museen – Schrein und Beschläge, Schnitzwerk und Malereien sind original. Nur die mittlere Nische und die ursprüngliche Madonnenskulptur sind nicht erhalten geblieben.

Es handelt sich um ein charakteristisches Beispiel des „Internationalen Stils“ vor dem Beginn der Spätgotik. Die Figuren zeigen ein realitätsfernes Schönheitsideal und wirken in ihren Gewändern fast körperlos. Die Stoffe bilden ein abstraktes Muster feingeschwungener Linien, Raum und Perspektive fehlen fast vollständig. Eine derartige Darstellungsweise ist zu dieser Zeit europaweit verbreitet.

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